Navigation überspringen

Kaffeewissen Eine Wissensreise durch die Welt des Röstkaffees

Kaffee ist ein sehr komplexes Thema. Wir möchten Ihnen in dieser Rubrik verständlich nützliches Know How vermitteln. Den Schwerpunkt legen wir dabei auf Wissen, das für Sie als Konsument direkt anwendbar ist und es ihnen ermöglicht hochwertigen Röstkaffee adäquat zuzubereiten.

Am Anfang steht die Auswahl des Röstkaffees

Mit welcher Zubereitungsmethode werden Sie den Kaffee zubereiten? Das ist die Frage die allem voransteht. Ist es ein Brüh-/Filterverfahren (Handfilter, Filterkaffeemaschine), ein Druckverfahren (Siebträger, Herdkocher) oder ist es der Vollautomat? Hierüber lassen sich generell die infrage kommenden Röstkaffees vorselektieren.

Nun folgt die Frage nach Ihren geschmacklichen Präferenzen. Mögen Sie es eher klassisch oder betont schokoladen, nussig, fruchtig oder floral. Soll der Kaffee leicht oder eher schwer sein.
Wenn es um eine Espressoröstung geht, stellt sich zudem die Frage, ob Sie ihn in der Regel dazu verwenden, Milchmischgetränke wie Cappuccino herzustellen.

Besteht über alle aufgeführten Punkte Klarheit, können weitere geschmackliche Feinheiten die Auswahl weiter konkretisieren. Ein schokoladener Kaffee kann an Bitter-, Vollmilch oder gar weiße Schokolade erinnern. Ein fruchtiger Kaffee kann an Citrusfrüchte, Waldbeeren, Steinobst uvm. erinnern. Ein floraler Kaffee kann an Jasmin, Rose, Lavendel, uvm. erinnern. Hier bietet das Spezialitätenkaffee-Universum eine schier grenzenlose Anzahl an Varianten und eine tolle Genusserlebniswelt für Sie als Kaffeeliebhaber.

Das Aroma schützen durch die richtige Lagerung

Bewahren Sie Ihren frisch gerösteten Kaffee bitte so auf, dass er so wenig wie möglich mit Sauerstoff oder Luftfeuchtigkeit in Berührung kommt. Entweder, Sie verschließen nach dem Öffnen die Kaffeetüte wieder luftdicht und möglichst direkt über dem in der Tüte verbleibendem Röstkaffee (z.B. mittels Klammer) oder Sie stecken den Kaffee samt Tüte in eine luftdicht verschließbare Kaffeedose.

Die Lagerung sollte lichtgeschützt und in nicht zu warmer Umgebungstemperatur erfolgen.

Generelles zur Kaffeezubereitung Über vier Faktoren zum Genusserlebnis:

 Der Mahlgrad, die Dosierung, die Wasserqualität und die Brühtemperatur sind die über allem stehenden Parameter für alle Zubereitungsarten.

Die Kunst, wohlschmeckenden Kaffee zu kochen, wird durch Konzentration und Grad der Extraktion bestimmt. Die Konzentration ist durch die Menge des Kaffeepulvers je Tasse bestimmt, der Grad der Extraktion durch den Mahlgrad, die Wassertemperatur, die Brühzeit und die Zubereitungsmethode.

a) Frisch zubereiteter Kaffee hat den besten Geschmack!

Setzen Sie dafür das Wasser stets kalt auf. Es enthält so mehr Sauerstoff und rundet den Geschmack ab. Die Brühtemperatur sollte zwischen 92° und 96°C liegen, also bitte kein kochendes Wasser über den Kaffee gießen. Um den Kaffeegeschmack nicht zu beeinträchtigen, benutzen Sie am besten Kannen und Trinkgefäße aus Glas, Porzellan oder Keramik.

b) Das richtige Verhältnis von Kaffeepulver und Wasser:

Geschmack von Kaffee ist sehr konzentriert und muss deshalb mit Wasser verdünnt werden. Die beste Konzentration für eine Tasse Kaffee (ca. 180 ml) liegt bei 7 bis 10 Gramm Kaffee, je nach Bohnenqualität und individuellem Geschmack.

c) Die Abstimmung von Mahlgrad und Zubereitungsart:

Zur Vermeidung von Über- oder Unterextraktion ist der Mahlgrad des Kaffees (Oberfläche für die Extraktion) auf die Zubereitnungsart abzustimmen. Fein gemahlen beim Espresso, mittel beim Filterkaffee und sehr grob bei der FrenchPress. Ergänzend gibt es weitere, für andere Zubereitungsarten empfohlene Mahlgrad-Einstellungen.

d) Die Wasserqualität:

Ohne die richtige Wasserqualität ist eine besondere Tasse Kaffee oder ein richtig guter Espresso nicht herzustellen.

Zu weiches Wasser macht den Kaffee „sauer“. Der Kaffee schmeckt unangenehm säuerlich („bissig“).
Zu hartes Wasser bewirkt, dass der Kaffee schal, bitter, flach, muffig und mineralisch schmeckt.

Das perfekte Kaffeewasser ist frisch, neutral im Geschmack, frei von erkennbaren Gerüchen und sollte sich innerhalb folgender Werte befinden:

  1. 4 – 8°dH Gesamthärte
  2. 3 – 6°dH Karbonathärte
  3. Neutraler pH-Wert 6,5 – 7,5
  4. Gesamtsalzgehalt 100 – 200mg/l

Es ist nicht gewährleistet, dass das Wasser aus dem Wasserhahn die Qualität aufweist, die für ein hochwertiges Kaffeegetränk notwendig ist. Falls nicht, können preiswerte stille Wasser aus dem Supermarkt Abhilfe schaffen. Viele bewegen sich erfreulicher Weise im Rahmen der oben beschriebenen Werte. Probieren Sie ruhig verschiedene Wasser aus. Erleben Sie, was sich geschmacklich verändert. Es ist erstaunlich, welch deutlich schmeckbaren Auswirkungen sich zeigen.

Die Filter- bzw. Brew-Kaffee-Zubereitung

a) Filterkaffee per Handaufguss:

Die Königsklasse und gelebte Kaffeekultur!
Für den von Hand aufgebrühten Filterkaffee setzen Sie einen Filterhalter (vorzugsweise aus Porzellan oder Edelstahl) auf ein passendes, vorgewärmtes Gefäß, wie z.B. eine Porzellan- oder Glas-Kanne (Empfehlung). Anschließend bestücken Sie ihn ihn einem Filter. Ist es ein Papierfilter, spülen Sie den Filter nun mit etwas heißem Wasser aus, um den unterschwelligen Papiergeschmack zu beseitigen. Alternativ und für den unverfälschten, originären Kaffeegeschmack, benutzen Sie einen papierlosen Spezial-Dauerfilter aus Porzellan, Glas, Edelstahl oder vergoldet.

Geben Sie das passend gemahlene Kaffeemehl (7-9g p.Tasse) in den Filter. Den Kaffee nun mit heißem Wasser (nach eigenem Gusto zwischen 92 bis 96 Grad), nur gerade eben bedeckt angießen, um ihn dann für gut ca. 20 Sek. quellen zu lassen. Anschließend schwallweise mit dünnem Strahl in kreisender Bewegung mit dem heißen Wasser in der gewünschten Menge nach und nach aufbrühen.

Der Mahlgrad bei der Chemex-Karaffe ist gröber und liegt bei mittelfein-plus bis grob. Auch hierüber entscheidet Ihr persönlicher Geschmack.

b) Filterkaffee über die Kaffeemaschine:

Heißes Wasser wird langsam über mittelfeines (geringfügig gröber als beim Handfilter) Kaffeepulver (je nach Geschmack zwischen 7 und 9g p.Tasse) in einem, wie beim Handaufguss, ausgespülten Papierfilter oder Dauerfilter „gegossen“. Der gebrühte Kaffee läuft in eine, bitte vorgewärmte, Kanne. Das Ergebnis hängt stark von der richtigen Brühtemperatur (leider bei vielen Maschinen unzureichend) und dem verwendeten Filter ab. Wir empfehlen Ihnen auch hier einen Dauerfilter zu testen, der die im Kaffee enthaltenen aromatischen Öle nicht wie ein Papierfilter zurückhält.

Eine Liste von Filter-Kaffeemaschinen, die für hochwertigen Kaffee besonders gut geeignet sind, finden sie im Internet auf der Homepage des „European Coffee Brewing Centre“ unter: http://ecbc.info/

c) Pressstempelkanne (FrenchPress, Cafetiere, Bodum-Kanne) und Softbrew-Kanne:

Bei diesen Methoden wird sehr grob gemahlenes Kaffeepulver (8 – 10 g p. Tasse) in die Pressstempelkanne bzw. den Dauerfilter der SoftBrew-Kanne gefüllt und mit je nach eigenem Gusto 92 bis 96° C heißem Wasser in passender Menge aufgegossen. Als grobe Vorgabe können Sie von 65 Gramm Kaffeepulver pro Liter Wasser ausgehen. Die Ziehzeit beträgt nach unserer Empfehlung 4 Minuten. Abschließend werden Kaffee und Kaffeesatz durch das Herunterdrücken des Filters bzw. bei der SoftBrew-Kanne durch herausnehmen des Filters, getrennt. Die jeweiligen Ergebnisse sind ein sehr aromatischer Kaffee mit besonders guter Fülle und detailgenauer Abbildung der Aromen. Bei der FrenchPress ist dringend darauf zu achten, das die aufgegossene Menge direkt verteilt bzw. umgegossen wird. Ansonsten zieht der in der Kanne verbleibende Kaffee nach, was den Geschmack relativ schnell deutlich schmeckbar verändert.

HINWEIS: Zum Warmhalten der vorgenannten Zubereitungsarten eignen sich besonders Thermoskannen mit Glaseinsatz. Für optimalen Genuss sollte man den Kaffee jedoch unmittelbar verzehren und nicht länger als 30 Minuten aufbewahren, da der Geschmack sonst „kippt“ und der Kaffee langsam schmeckbar an Qualität verliert.

Zubereitung über die Espresso-Methode/Siebträgermaschine

Heißes Wasser wird mit 8-10 AT durch fest angedrücktes, feines Kaffeepulver gepresst. Die Menge Kaffeemehl sollte mind. 7 g pro Tasse (25 ml Wasser) betragen. Je nach Bohnenqualität und individuellem Geschmack können Sie die Grammzahl auf über 10g für einen Single-Shot erhöhen, soweit das Ihre Maschine zulässt. Die Brühtemperatur liegt abhängig von der Bohne und ihrem Geschmack zwischen 90º-95ºC. Die Kombination von Druck und Hitze extrahiert Duft- und lösliche Aromastoffe und führt zusätzlich zu einer Emulsion unlöslicher aromatischer Öle und zu einer Suspension feinster Kaffeepartikel (Fülle/ Körper) und Gasbläschen (Crema).

Die Durchlaufzeit eines Espresso liegt bei 25 Sekunden. Im Toleranzbereich von 23 bis 33 Sekunden lassen sich persönliche Präferenzen in Richtung „spritziger“ (verkürzte Laufzeit) oder „gefälliger“ (verlängerte Laufzeit) bei einer guten Espresso-Röstung qualitativ hochwertig abbilden.

Der Espresso ist auch die Basis für alle gängigen Milch-Kaffee-Mischgetränke wie Cappuccino und Latte Macchiato. Allerdings ist nicht jede Espressoröstung für ein gutes Milch-Kaffee-Mischgetränke geeignet. Nicht selten fehlt es an Harmonie oder an der „Durchschlagskraft“ des Espressos. Wenn es für Sie wichtig ist, sollten Sie diese Frage vor dem Röstkaffee-Kauf klären, um Enttäuschungen zu vermeiden.

Kaffeezubereitung mit dem Vollautomaten Technik versus Getränkequalität

Der Vollautomat ist ein „All Inklusiv“- Zubereiter. Das bedeutet, die grundsätzlichen Faktoren für die Zubereitung und individuelle Präferenzen müssen gebündelt auf eine Maschine projiziert werden.

Die folgenden Faktoren sind besonders wichtig:

1. Die Auswahl des Röstkaffees: Die Entscheidung sollte sich danach richten, welche Kaffeegetränke für Sie Priorität haben:
a) einfach eine gute Tasse Kaffee/Café Crème
b) Espresso sowie Espresso basierte Getränke (Cappuccino, Latte Macchiato) oder
c) alle zuvor Genannten
Für a und b gibt es optimierte Röstungen. Für c wird man i.d.R. einen Kompromiss eingehen müssen, es sei denn, Ihre Maschine bietet zwei Bohnenbehälter und zwei Mahlwerke.

2. Die Wasserqualität: Die Wasserqualität ist essenziell für eine richtig gute Tasse Kaffee. Nicht selten ist die mangelnde Qualität des Wassers ein Hauptgrund für enttäuschende Ergebnisse in der Tasse – trotz Verwendung eines hochwertigen Röstkaffees. Weiter oben unter „Generelles zur Kaffeezubereitung“ finden Sie alle wichtigen Eckdaten und Tipps zum Thema Wasser.

3. Der Mahlgrad: Der Mahlgrad ist ein weiterer Faktor von ganz entscheidender Bedeutung für die geschmackliche Qualität eines Kaffeegetränkes.
Die Vollautomaten sind i.d.R. bei Kauf auf einen mittleren Mahlgrad eingestellt. Das kann für einen Café Crème schon zu guten Ergebnissen führen. Für einen guten Espresso oder darauf beruhende Getränke ist der mittlere Mahlgrad unpassend. Wenn Sie also überwiegend Espresso-Getränke ziehen, verstellen Sie schrittweise das Mahlwerk während es läuft in Richtung fein. Ziehen Sie jeweils einen Espresso und beobachten Sie das Laufverhalten. Verstellen sie nach und nach weiter in Richtung fein, bis der Espresso so langsam wie möglich ausläuft. Bitte darauf achten, dass das Auslaufen immer noch fließend und nicht stockend (tröpfchenweise) stattfindet.

Sollte für Sie der Café Crème höchste Priorität haben, gehen Sie bei der Einstellung des optimalen Mahlgrades von der mittleren Mahlgradeinstellung aus.
Wir gefällt ihnen der Geschmack? Ist Ihnen der Kaffee zu leicht oder zu spritzig, gehen Sie, wie beim Espresso beschrieben, in kleinen Schritten in Richtung feinere Mahlung bis Ihnen der Kaffee optimal zubereitet erscheint. Ist Ihnen der Kaffee zu schwer und im negativem Sinne zu intensiv, gehen Sie in Kleinen Schritten in Richtung gröbere Mahlung.

Kommen Sie insgesamt zu keinem befriedigendem Ergebnis, sollten Sie einen anderen Röstkaffee ausprobieren.

Telgter KaffeeBar (art2life)
Zum Seitenanfang